Hauswirtschaftliche Versorgung

Hauswirtschaftliche Leistungen sind nicht nur im Pflegeversicherungsgesetz vorgesehen, sondern auch im Krankenversicherungsrecht (SGB V) oder in der Sozialhilfe(SGB XII, früher BSHG). Aber auch nach SGB IX sind derartige Leistungen erbringbar, vor allem mit dem Ziel, dass Sie die Leistung in absehbarer Zeit wieder selbständig erbringen können.


Verhinderungspflege

DIE VERHINDERUNGSPFLEGE - LANDLÄUFIG AUCH URLAUBSPFLEGE GENANNT - WIRD VIELFACH NICHT GENUTZT.
Nicht etwa aus Mangel an Bedarf, sondern aus Unkenntnis über die Abrechnungsmodalitäten: Vielfach herrscht der Glaube, die Verhinderungspflege könne nur “im Block”, also mehrere Tage und Wochen an einem Stück genommen werden. Der weit verbreitete Begriff “Urlaubspflege” hilft bei diesem Vorurteil natürlich fleißig mit.
Welcher Anspruch besteht?
Der grundsätzliche Anspruch besteht, wenn die Pflegeperson an der Durchführung der Pflege verhindert ist - egal aus welchem Grund. Laut Gesetz heißt es: .Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert,.... Das bedeutet, dass es auf den Grund gar nicht ankommt, sondern lediglich darauf, dass die Pflegeperson an der Pflege gehindert ist. Und der Anspruch beträgt maximal 1.432,- € im Kalenderjahr, aber auch maximal 28 Tage. Die Pflegeperson, die verhindert ist, muss den Pflegebedürftigen bereits seit mindestens einem Jahr pflegen, was nicht bedeutet, dass die Pflegestufe schon ein Jahr bestehen muss. Soweit der eigentliche Rahmen der Verhinderungspflege.
Vorurteile
Wird die Verhinderungspflege in Anspruch genommen, wird die Anzahl der genommenen Tage vom (ggf. anteiligen) Pflegegeld abgezogen.
Die Verhinderungspflege ist generell auf 28 Tage im Kalenderjahr beschränkt.
Probleme? Eigentlich nicht.
Was ist aber, wenn die Pflegeperson einmal selbst zum Arzt muss? Oder aufgrund ihrer ohnehin schon hohen Belastung einen Tag “Auszeit” nehmen möchte? Wenn eine Familienfeier ansteht? Wenn dringende Besorgungen zu tätigen sind? Wenn ein Großeinkauf ansteht? Wenn...? In diesen Fällen besteht der Anspruch auf die Verhinderungspflege natürlich auch. Aber: Verliere ich dann als Pflegebedürftiger nicht das Pflegegeld? Nein! Denn: Sofern die Verhinderungspflege acht Stunden am Tag nicht überschreitet wird die Verhinderungspflege nur auf den Höchstbetrag von 1.432,- € angerechnet, nicht aber auf die Höchstanspruchsdauer von 28 Tagen. Wenn Sie also schon einige Stunden abgerufen haben, bleiben die 28 Tage trotzdem voll erhalten.
Und wenn Sie Sachleistungen beziehen? Auch dann kein Problem - die Verhinderungspflege wird zusätzlich zur laufenden Sachleistung gewährt. Für ein eventuelles anteiliges Pflegegeld gilt genau dasselbe wie für das Pflegegeld bei Geldleistungsbeziehern:
Keine Kürzung bei stundenweisem Abruf unter acht Stunden am Tag.
Und am Jahresende?
Die Verhinderungspflege wird immer für das laufende Kalenderjahr gewährt, danach verfällt der Anspruch. Das bedeutet: Wenn bis zum 31. Dezember eines Kalenderjahres die Verhinderungspflege nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen wurde, verfällt der (Rest-)Anspruch für dieses Kalenderjahr ersatzlos.
Die Lösung:
Bei vollem Anspruch auf Verhinderungspflege bieten wir Ihnen ein Stundenabrufkontingent von 40 Stunden kalenderjährlich, die Sie uns mit der Verhinderungspflege beauftragen können, ohne hierfür Pflegegeld einzubüßen, wenn die Stundenanzahl pro Tag acht Stunden nicht überschreitet. Wie und wofür Sie die Stunden verwenden, bleibt Ihnen überlassen - lediglich die Termine und die Anzahl der Stunden sprechen Sie mit uns ab.


Leistungen nach § 45b SGB XI

landläufig auch “Dementenleistungen“ genannt, bieten pflegebedürftigen Demenzerkrankten pro Kalenderjahr
bis zu 460,- € für sogenannte “niederschwellige Betreuungsleistungen” zusätzlich zu den Leistungen der Pflegestufe.
Und was sind das nun für Leistungen?
Spazierengehen, Vorlesen, den Friedhof besuchen, einen größeren Einkaufsbummel gestalten, Kinobesuche etc. etc. - all das sind niederschwellige Betreuungsleistungen. Diese können von einem hierfür zugelassenen Pflegedienst erbracht werden.
Selbstverständlich bieten wir auch das an.


Pflegeeinsätze/Pflegegeld

Pflegebedürftige, die ihre Pflege durch Angehörige, Nachbarn oder Bekannte selbst sicherstellen, haben Anspruch auf Pflegegeld. Das Pflegegeld beträgt je Kalendermonat:
Pflegestufe    Pflegegeld     Beratungseinsatz
I                       235 Euro           halbjährlich
II                      440 Euro           halbjährlich
III                     700 Euro           vierteljährlich
 
Bezieher von Pflegegeld sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich in den Pflegestufen I und II im halbjährlichen, in der Pflegestufe III im vierteljährlichen Rhythmus von einem zugelassenen Pflegedienst beraten zu lassen. Die Vergütung dieses Beratungseinsatzes übernimmt die Pflegekasse.
 
Die Beratungen dienen der Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege. Außerdem bekommt die Pflegeperson dadurch regelmäßige Hilfestellung und praktische pflegefachliche Unterstützung.
 
Achtung: Wenn Pflegebedürftige diese Beratungsleistung nicht abrufen, ist die Pflegekasse verpflichtet, das Pflegegeld zu kürzen und im Wiederholungsfall zu entziehen.


Sie haben Fragen zum Pflegegeld oder möchten sich beraten lassen?
Gern nehmen wir uns in einem persönlichen Gespräch Zeit für Sie.
 
Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

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